Über dem Kopf spannen beim Bogenschießen – Sicherheitsregel/ IFAA Turnierregel

Das Thema kam letztens in meiner Facebookgruppe auf sowie auch als Kommentar zu einem meiner Videos. (Siehe unten)
Und zwar geht es darum, dass ich – und jede Menge anderer Schützen auch – beim Spannen zuerst den Bogen heben und in der Abwärtsbewegung bereits mit dem Spannen beginnen. Fallweise befindet sich dabei die Hand am Beginn des Vorganges ein klein wenig über dem Kopf.
Nun steht aber in den IFAA-Turnierregeln, dass der Bogenarm beim Spannen nicht über dem Kopf sein darf. In der deutschen Übersetzung unter H-Turnierregeln:

„Beim Spannen des Bogens im ebenen Gelände darf die Bogenhand nicht höher als der Kopf sein.“ (https://www.oebsv.com/oebsv/regelwerke/ifaa)

Prinzipiell geht es hierbei um die Sicherheit beim Bogenschießen. Befände sich die Hand (im Vollauszug) immer noch über dem Kopf und würde sich der Pfeil unbeabsichtigt lösen, würde dieser tatsächlich in einem Winkel von ca. 45° aufsteigen, eventuell vorhandene Pfeilfänge überfliegen und eine sehr weite Strecke zurücklegen.

 

 

Über dem Kopf ziehen beim Bogenschießen generell verboten?

Die obige IFAA Regel ist natürlich prinzipiell sinnvoll. Eine Hand über dem Kopf zu Beginn des Spannens, so wie auf dem Video oben, sehe ich aber sicherheitstechnisch als völlig unproblematisch an. Und zwar aus folgenden Grund:

Noch bevor der Bogen überhaupt zur Hälfte ausgezogen ist, befindet sich die Bogenhand bereits wieder unter dem Kopf. Selbst wenn sich hier in der Anfangsphase der Pfeil lösen würde, würde er keinesfalls weiter fliegen, als ein Abpraller von der Oberkante eines 3D Ziels oder einer Scheibe nach Vollauszug. (Realistisch betrachtet würde er es nicht mal bis zum Ziel schaffen)
Schießen darf ich aber ohnehin nur dann, wenn hinter dem Ziel mit Pfeilfang abgesichert, bzw. das Schussfeld frei ist. Alles andere wäre fahrlässig, denn ein Abpraller von der Oberkante des Ziels kann jedem noch so guten Schützen passieren. Da hilft es auch nichts, wenn die Hand vorher niemals über dem Kopf war …

Darüber hinaus habe ich persönlich noch nie erlebt, dass einem Finger-Schützen der Pfeil während des Ausziehens derart ausgekommen wäre. (Wohl aber bei Release-Schützen)

Entsprechend halte ich diese Regel also nur insofern für sinnvoll, wenn die Hand tatsächlich während des größeren Teils des Auszuges über dem Kopf bleibt.

(Im Übrigen gebe ich zu bedenken, das IFFA-Regeln, bzw. sämtliche Regeln von internationalen, nationalen und regionalen Bogensportververbänden nur für Veranstaltungen des jeweiligen Verbandes gültig sind, bzw. auf Bogensportanlagen welche ein solches Regelwerk für sich übernommen haben.
Im Übrigen darf ich aber (zumindest in Österreich) schießen wie ich will. Das einzige, was ich dabei beachten muss, ist die Gesetzeslage und die verlangt von mir nicht mehr und nicht weniger, als das ich beim Bogenschießen keine Menschen, Tiere oder fremdes Eigentum beschädige.)

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Der gesunde Hausverstand beim Bogenschießen

In diesem Sinne ist die wichtigste Sicherheitsregel beim Bogenschießen der gesunde Hausverstand. Wer den beim Bogenschießen einschaltet, wird auch dann niemanden gefährden, wenn die Hand am Beginn des Spannens über dem Kopf ist. 

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