Erläuterung zum dynamischen Spine-Kalkulator:

 

  • Der dynamische Spine kann im Gegensatz zum statische Spine nicht berechnet, bzw. gemessen werden. Der dynamische Spine meint, wie sehr sich der Pfeil im Abschuss tatsächlich biegt, bzw. aufgrund seiner Gesamtkonstruktion „arbeitet“. Dies ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig.
  • Je nachdem, ob sich ein Pfeil durch Veränderung verschiedener Komponenten, aber bei gleichem statischen Spine für den Schaft, beim Abschuss dann mehr oder weniger biegt, spricht man davon, einen Pfeil weicher oder härter zu machen.
  • Einige, aber nicht alle dieser Komponenten sind im dynamischen Spine-Kalkulator aufgeführt.
  • Der dynamische Spine-Kalkulator addiert oder subtrahiert für bestimmte Veränderungen bestimmte Werte.
  • Das Ergebnis wird als „fiktiver Spine“ ausgegeben. Beim Carbonspine bedeutet ein höherer Wert einen weicheren Pfeil, beim Holzspine bedeutet ein niedriger Wert einen weicheren Pfeil. Ist also beispielsweise der „fiktive Carbonspine“ höher als der Ausgangswert, dann bedeutet dies, dass der Pfeil durch die Veränderung weicher geworden ist, sich also beim Abschuss mehr biegt.
  • Der „fiktive Spinewert“ ist de facto ein „wie-wenn Wert“. Würdest du anstelle der anderen Komponenten einfach den Schaft austauschen, wäre der Pfeil im Abschuss genau so hart oder weich, wie eben mit dem aktuellen Spinewert bei veränderten Komponenten.
  • Die Werte mit denen der dynamische Spinekalkulator arbeitet, sind die selben wie beim Spinewertrechner auf dieser Seite. Auch hier gilt: Es sind theoretische Näherungswerte. Wie gut der veränderte Pfeil dann in der Praxis funktioniert, muss – beispielsweise durch einen Rohschafttest – ausprobiert werden.
  • Bedenke auch, dass ein Pfeil zwar in der Theorie in weitem Maße weicher oder härter gemacht werden kann, ein solcher Pfeil dann aber in der Praxis nicht mehr optimal funktionieren würde. So bekommt man zwar einen harten Pfeil mit einer extrem schweren Spitze recht gut weich, hätte dann aber natürlich einen extrem schweren und kopflastigen Pfeil, der massiv nach unten ziehen würde. Auch kann ich einen Pfeil nur bis zu einer gewissen Länge kürzen usw…

Hinweis: Du kannst beim Kalkulator in der ersten Zeile deinen aktuellen Carbon-Spinewert eingeben und schauen, welche Veränderungen zu welchem „fiktiven Spine“ führen. Wenn du lieber mit dem Holzspine arbeitest, kannst du auch den Carbonspine so weit verändern, dass bei „fiktiver Holzspine“ dein aktueller Holzspine angezeigt wird. So lange du die Regler in der mittleren Reihe nicht veränderst, funktioniert der Kalkulator auch als Umrechner.

WICHTIG DAMIT ES NICHT ZU MISSVERSTÄNDNISSEN KOMMT:
Die Werte in der mittleren Reihe stehen mit 0 für ein beliebiges Pfeil-Setup. Der Kalkulator berechnet die ABWEICHUNG von diesem Setup, und nicht den statischen Spinewert für ein bestimmtes Setup. Er zeigt dir also, wie sich der dynamische Spine deines Pfeils verändert, wenn du die jeweiligen Komponenten veränderst.  Um den empfohlenen statischen Spine für ein bestimmtes Setup auszurechnen, benutze den Spinewertrechner.

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Weitere Auswirkungen auf den dynamischen Spine

Der Kalkulator dient prinzipiell einmal dem besseren Verständnis des dynamischen Spinewertes. Er kann dir ganz praktisch dabei helfen, deine Pfeile weicher oder härter zu machen, falls du festgestellt hast, dass der statische Spine nicht zu deinem Setup passt.
Der dynamische Spinewert wird aber wie gesagt auch noch von anderen Faktoren beeinflusst:

  • Zuggewicht: Selbstverständlich spielt das Zuggewicht des Bogens eine entscheidende Rolle. Es lässt sich bei manchen Bögen durch verstellen der Wurfarme beeinflussen. Ein Austausch der Wurfarme ist natürlich auch denkbar. Je höher das Zuggewicht, desto mehr wird dein Pfeil beim Abschuss gebogen.
  • Auszugslänge: Je weiter du deinen Bogen ausziehst, desto höher wird in der Regel auch das Zuggewicht und umgekehrt. Sprich – Wenn du immer verschieden weit ausziehst, wird dein Pfeil im Abschuss auch verschieden weit gebogen.
    Es macht allerdings keinen Sinn, den dynamischen Spine durch einen Wechsel der Auszugslänge beeinflussen zu wollen.
  • Standhöhe: Je höher die Standhöhe, desto weniger wird der Pfeil gebogen und umgekehrt. Die Standhöhe sollte nur innerhalb der vom Hersteller angegeben Grenzen beeinflusst werden.
  • Alles andere und der Schütze selbst: Pfeilauflage, Griff in die Sehne, wie gelöst wird, Nocke und ihr Sitz auf der Sehne, Ausstaffierung des Bogenfensters, Schußstil etc. All dies kann Einfluss auf den dynamischen Spine haben. Das mögen oft nur Kleinigkeiten sein, aber Kleinigkeiten können sich summieren.

Den perfekten Pfeil findet man letztendlich durch Erfahrung, Versuch und Irrtum.
Bevor du dich aber jetzt auf die Suche nach dem perfekten Pfeil machst, solltest du sicherstellen, bereits einen reproduzierbaren Bewegungsablauf beim Bogenschießen zu haben. Sonst weißt du nie, ob es an deinem Pfeil oder an dir selbst liegt.

Alle ins Gold, alle ins Blatt!

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