Bogenjagd – ein Pro und Contra

 

Die Jagd mit dem Bogen in den deutschsprachigen Ländern Österreich, Schweiz und Deutschland ist verboten. In weiteren europäischen Ländern ist die Jagd mit Pfeil und Bogen wiederum erlaubt. Eine Karte findet ihr auf der Webseite des Verbandes der Schweizer Bogenjäger. In Österreich setzt sich unter anderem die BFA für die Bogenjagd ein, in Deutschland der DBJV.

In Teilen der Jägerschaft sowie bei Jagdgegner stößt das Bestreben die Bogenjagd zu erlauben, auf Widerstand. Verschiedene, im Folgenden aufgeführte Aspekte der Bogenjagd werden kontrovers diskutiert. Ich selber bin kein Jäger, stehe dem Thema neutral gegenüber und liste hier nur auf, was sich im Netz so an Argumenten und Gegenargumenten finden lässt.

 

Gesetzliche Vorschriften und entsprechendes Equipment

 

Wer in Europa in den Ländern wo die Bogenjagd erlaubt ist, mit dem Bogen jagen möchte, der benötigt sowohl einen allgemeinen Jagdschein* des Heimatlandes, als auch einen gültigen Bogenjagdschein. Er darf die Jagd nur mit dafür geeigneten Bögen und für das jeweilige Wild geeignete Pfeilspitzen betreiben.
An dieser Regelung möchten vernünftigerweise weder Befürworter, noch Gegner der Bogenjagd etwas ändern.

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Pfeil und Bogen sind für die Jagd nicht effizient genug. Das Tier leidet länger und hat größere Schmerzen.

 

Dies ist eines der häufigsten Argumente von Gegnern der Bogenjagd. Es lässt sich bei nüchternen Betrachtung jedoch nicht halten. Jagdbögen haben ausreichend Durchschlagskraft damit der Pfeil ausreichend tief in den Thorax des Wildes zu dringen, bzw. diesen in vielen Fällen auch komplett durchschlägt. Die rasiermesserscharfen Klingen der Jagdspitzen schneiden dabei einen breiten, sehr stark blutenden Wundkanal. Dies führt bereits nach wenigen Herzschlägen zu einem massiven Blutdruckabfall, daraus resultierende Bewusstlosigkeit und Tod des Tieres. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Bogenjagd#Die_Wirkung_des_Jagdpfeils_und_der_Jagdspitze)

Da die Pfeilspitze, im Gegensatz zur Gewehrkugel, im Körper nicht splittert und aufgrund der Tatsache, dass der Pfeil nur wenig Fell/Schmutz in die Wunde zieht, bedeutet dies bei nicht-tödlichen Treffern eine bessere Heilungschance für das Wild. Des Weiteren erleichtern die stark blutenden Wunden die Nachsuche.

Bezüglich dem Schmerz den das Tier erleidet, ist die Beurteilung nicht ganz einfach, da Schmerzempfinden generell schwer objektiv zu fassen ist. In der Humanmedizin geht man – vereinfacht – davon aus, dass Schmerz um so intensiver empfunden wird, je mehr Gewebe zerstört wird. Da die Jagdspitze wesentlich weniger Gewebe zerstört als die Gewehrkugel, wird vermutet, dass die Pfeilverletzung für das Wild wesentlich weniger schmerzhaft ist.

Ein Argument der Gegner der Bogenjagd ist wiederum, dass ein Treffer mit der Gewehrkugel einen immensen Schock verursacht, der das Wild auf der Stelle bewusstlos zusammenbrechen lässt. Diesen Schock gibt es tatsächlich – aber nur fallweise, abhängig von Kaliber, Entfernung und genauer Trefferlage. Jeder der schon mal ein Jagdvideo gesehen oder einer Jagd beigewohnt hat weiß, das Wild meist auch nach einem Gewehrschuss noch über eine gewisse Strecke flüchtet.

Pfeil und Bogen stellen zu hohe Ansprüche an den Jäger

 

Ein weiteres Argument gegen die Jagd mit Pfeil und Bogen ist, dass sie sehr hohe Ansprüche an den Schützen stellt und es dabei kaum eine Fehlertoleranz gibt. Die Erfolgsquote der Bogenjäger sei sehr gering, die Wahrscheinlichkeit, dass Wild nur verletzt wird wiederum hoch.
In der Tat muss der Schütze auch mit dem modernen Compoundbogen* nahe an das Wild heran. Die oft zitierte „schlechte Erfolgsquote“ bezieht sich – so die Befürworter – aber nicht auf das Wundschießen oder Danebenschießen, sondern darauf, dass der Bogenschütze eben weitaus seltener überhaupt zum Schuss kommt, weil er vom Wild leichter bemerkt wird.
Bezüglich Verwundungsrate gibt es noch nicht all zu viele Studien. Bisherige Studien, wie beispielsweise die dänische Verwundungsstudie, zeigen, dass bei Verwendung eines Bogens nicht mehr Tiere verwendet werden, als bei Verwendung von Schusswaffen.

Fakt ist leider, dass es auch Jäger gibt, die ihr Jagdgerät nicht beherrschen, oder die sich zu unsicheren Schüssen hinreißen lassen. Die gibt es aber sowohl bei den Bogenjägern, als auch bei den Gewehrjägern.

 

Bogenjagd begünstigt die Wilderei

 

Auch dieses Argument wird immer wieder angeführt. Allerdings: Da Wilderei ja generell verboten ist, wird es den Wilderer wohl kaum kümmern, ob der Bogen eine erlaubte Jagdwaffe ist oder nicht.
Möchte der Jäger selbst wildern – was ja auch vorkommt – hat er mit dem Gewehr die wesentlich besseren Möglichkeiten dazu und im Falle des Falles sicher für jeden Schuss eine Rechtfertigung parat…

Waidgerechtigkeit

 

Was die Chance des Entkommens des Wildes betrifft, so ist die Jagd mit dem Bogen ganz sicher gerechter*, als die Jagd mit modernen Schusswaffen. Je näher der Jäger dem Wild ist, desto eher wird es ihn auch entdecken und doch noch flüchten können. Demnach wird der Bogenjäger auch immer eher bei Wild zum Schuss kommen, welches durch Jugend, Alter, Krankheit oder Verletzung geschwächt und entsprechend unvorsichtig ist.

 

Sicherheit, Jagdunfälle

 

In diesem Punkt spricht sehr viel für den Bogen als Jagdwaffe. Er wird erst vor dem Schuss gespannt, kann also kaum versehentlich losgehen. Der Gefahrenbereich bei einem Fehlschuss ist wesentlich kleiner, Treffer gegen Holz oder Steine führen nicht, oder nur sehr abgeschwächt zu einer Splitterbildung. Durch die größere Nähe zum Wild werden Verwechslungen sehr unwahrscheinlich. Eine Lärmbelästigung gibt es ebenfalls nicht und die Jagd im urbanen Bereich ist – falls notwendig – mit dem Bogen einfacher und sicherer möglich als mit dem Gewehr.

 

Fazit

 

Mir persönlich scheint mehr für die Bogenjagd zu sprechen, als dagegen. Ich bin allerdings – wie gesagt – Laie und kann mich nur auf das verlassen, was ich im Internet so finde, oder mir erzählt wird. Auf der Wikipedia Seite findet ihr viele weitere interessante Links und Einzelnachweise zum Thema: https://de.wikipedia.org/wiki/Bogenjagd#Weblinks

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