Turnier Bogenschießen im Weinviertel – mein erstes Mal

 

Turnier und Wettbewerb… Ich schieße ja jetzt schon ziemlich lange mit Pfeil und Bogen. Den Besuch eines Turniers habe ich bislang aber immer vermieden. Warum?
Weil Bogenschießen eigentlich ein Ausgleich zum Alltag für mich ist. In unserer Gesellschaft spielen Leistung und Erfolg eine wesentliche Rolle. Es gibt immer und überall Konkurrenzdenken und Wettbewerb. Dem wollte ich mich mit dem Bogenschießen eigentlich nicht aussetzen.

Wieder andererseits, ist mein Zugang zum Bogenschießen in der Hauptsache der Aspekt der Selbsterfahrung. Ich lerne beim Bogenschießen laufend mehr über mich selbst. Und ich schreibe regelmäßig meine Punkte am Parcours mit – nicht um der Punkte willen, sondern weil das Ergebnis ein Indikator dafür ist, wie gut es mir gelungen ist, in jenen Zustand zu kommen, indem ich sauber intuitiv Bogenschießen kann. Entsprechend hat es mich natürlich interessiert, wie gut es mir gelingen würde, bei einem Turnier in den entsprechenden Zustand zu kommen.

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Turnier der traditionellen Bogenschützen Weinviertel – Kreuttaler Frühjahrspirsch 

 

Also entschließe ich mich also doch einmal ein Bogensport-Turnier zu besuchen. Meine Wahl fällt auf die Kreuttaler Frühjarespirsch der traditionellen Bogenschützen Weinviertel. Den Parcours zwischen Grossrussbach und Hornsburg hatte ich bereits im Februar einmal besucht. Fahrtzeit von mir weg ist eine Stunde – ich hab Glück und kann mit einem Kollegen mitfahren. 
Einschreiben und Gruppeneinteilung beginnt um 8.00, gegen 9.30 dann Ansprache und Aufbruch zu den jeweiligen Startpositionen am Parcours, Turnierstart dann schließlich um 10.10.  Ich habe also vor dem Start reichlich Zeit um meinen Koffein-spiegel  einzustellen. Weil unter 5 Tassen Kaffee am Tag Minimum geht bei mir gar nichts.  
Für das leibliche Wohl wird vom TBSW aber mit Wurstsemmeln, Broten, Mehlspeisen etc. hervorragend gesorgt.

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Beim ersten Turnier weniger nervös als erwartet 

 

Eigentlich dachte ich, dass ich bei meinem ersten Bogensport Turnier aufgeregter sein würde. War aber nicht so. Alles läuft locker und entspannt ab. Ich treffe einen Haufen Vereinskollegen vom HSV-Bogensport Wiener Neustadt. Der Schmäh rennt, wie man so schön sagt und eigentlich ist es gar nicht so viel anders als beim „normalen“ Parcoursbesuch. Zwischendurch reden mich ein paar Leute an, ob ich nicht der Typ aus den Youtube-Videos bin. Yup, schuldig im Sinne der Anklage… zum Glück nur Fans und keine Hater die mich ansprechen :-).

Ein bisschen nervös bin ich aber natürlich trotzdem. Unsere Gruppe, lauter nette Leute, startet bei Ziel 37. Zum Glück kein besonders schwerer Schuss zum Einstieg. 

Ein dritter Pfeil beim Turnier und warten lernen… 

 

Beim dritten Ziel geschehen mir meine ärgerlichsten zwei Fehlschüsse. Der erste Schuss auf das tief gestellte Ziel – ich glaube, es war ein Dachs oder so etwas in der Art – geht zu hoch. Gut, kann passieren. Den zweiten Pfeil aber dann gleich noch einmal genauso hoch darüber schießen – das sind dann eben die Momente, in denen man an sich selbst verzweifeln möchte. Aber immerhin schmeiße ich zumindest nicht die Nerven weg und setze wenigstens den Dritten ins Halbleben. 

Was mich jedoch letztlich mehr fordert, ist das viele warten. Die Gruppen laufen zwar nur selten aufeinander auf, aber trotzdem sind wir natürlich auch 5 Leute in der Gruppe und es dauert seine Zeit, bis alle geschossen haben, die Punkte notiert und die Pfeile wieder eingesammelt sind. Aber gut – das lässt sich bei einem Turnier nun mal nicht vermeiden. 
Körperlich geht’s mir prinzipiell gut. Die Runde besteht aus 42 Zielen und ist – glaube ich – rund 4 km lang, mit einigen Steigungen im hinteren Bereich. Zwischendurch gibt’s eine Verpflegungsstelle. Start war um 10.10 und kurz vor 15.00 sind wir dann durch. Müde bin ich eher vom Stehen und Warten als vom Gehen und schießen.   

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Zufrieden mit dem Turnier-Ergebnis

 

Nach dem Malheur mit dem dritten Pfeil läuft es dann im Großen und Ganzen rund. Ich brauche keinen dritten Pfeil mehr und insgesamt drei zweite Pfeile. Zwei davon ärgern mich, weil es einfach Flüchtigkeitsfehler waren, die sich leicht hätten vermeiden lassen. Bei einem schieße ich sauber, lasse mich aber von der Entfernung täuschen … .
Mit der Wahrnehmung der Distanzen hatte ich bei dem Turnier prinzipiell gewisse Schwierigkeiten. Ich kam regelmäßig zu hoch ab – sprich die Entfernungen erschienen mir wohl weiter, als sie tatsächlich waren. 
Aber gut – zum Schluss sind es dann 712 Punkte. Macht einen Schnitt von 16,95 irgendwas. Das reicht für den fünften Platz. Beeindruckt bin ich von den Ergebnissen auf Rang Eins und zwei – da trennt sich schon nochmal die Spreu vom Weizen 😉 

Erstes Turnier – und jetzt?

 

Zusammenfassend stelle ich also fest, dass mir das Turnier-Schießen durchaus Spaß gemacht hat. Mit meiner Leistung bin ich ebenfalls zufrieden. Ich liege damit knapp unterhalb von meinem aktuellen Schnitt auf meinem gewohnten Hausparcours. Es ist mir also gut gelungen, auch in einer Turnier-Situation in einen dem intuitiven Bogenschießen förderlichen Zustand zu kommen.
Werde ich jetzt öfter Turniere schießen?
Schauen wir mal. Ab und an werde ich sicher wieder ein Turnier besuchen. Aber nicht zu oft. Sonst geschieht mir vielleicht, was ich vermeiden will – nämlich das mir die Leistung wichtiger wird als das Bogenschießen an sich. Das wäre die verkehrte Richtung… 

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Auf jeden Fall Danke sagen möchte ich den Veranstaltern des Turniers. Die Homepage der traditionellen Bogenschützen Weinviertel, mit allen Turnierergebnissen, Fotos und Infos zu kommenden Veranstaltung findet ihr hier: http://www.tbsw.at.

Herzlichen Dank natürlich auch an meine Vereins- und sonstigen Bogenschützenkollegen. Es ist immer wieder lustig mit euch 🙂

Unten findet ihr noch das Video von meinem Parcours Besuch im Februar.

Alle ins Gold, alle ins Blatt!

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