Den passenden Pfeil finden – Schritt für Schritt Anleitung

Einen passenden Pfeil für den eigenen Bogen und die individuelle Schusstechnik zu finden, ist vor allem für Anfänger eine Herausforderung. Häufig kaufen sich Leute einen Bogen und stellen erst danach fest, dass es eine sehr große Auswahl an Pfeilen mit unterschiedlichen Eigenschaften gibt. Hören sie dann noch von Dingen wie statischen und dynamischen Spine, front of center -Wert und Blankschafttest, stehen sie plötzlich „wie die Kuh vorm zugemachten Tor“, wie man bei uns in Österreich so schön sagt.
Am einfachsten und besten ist es natürlich, wenn man einen Fachhändler oder Verein in der Nähe hat, wo man verschiedene Pfeile ausprobieren kann. Wenn Du diesbezüglich allerdings keine Möglichkeit hast oder das aus anderen Gründen nicht möchtest, findest Du hier nun eine Schritt für Schritt Anleitung, wie Du als Einsteiger einen – zumindest halbwegs – passenden Pfeil finden kannst. 

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Der passende Pfeil für das Bogenschießen – Schritt 1 – das Pfeilmaterial

Zuerst musst Du Dich für ein Pfeilmaterial entscheiden. Beim intuitiven Bogenschießen werden hauptsächlich Carbon Pfeile, sowie – im traditionellen Bereich – Holzpfeile geschossen. Außerdem kommen noch Pfeile aus Fiberglas sowie Aluminiumpfeile infrage.

Carbon: Sehr belastbar, hält Fehlschüsse recht häufig aus, bleibt immer gerade, nicht anfällig gegen Feuchte oder Trockenheit.
Holz: Meist günstiger als Carbon, reagiert aber auf Wettereinflüsse, kann krumm werden und bricht leicht.
Fiberglas: Meist sehr preisgünstig, verbiegt sich nicht, aber weniger stabil und schlechtere Flugeigenschaften als Carbonpfeile.
Aluminium: War früher ein beliebtes Pfeilmaterial. Gute Flugeigenschaften, verbiegen sich aber leicht.

Wer vorhat hauptsächlich am 3D Parcours unterwegs zu sein und nicht traditionell mit Holzpfeilen zu schießen, für den sind Carbonpfeile die beste Wahl.

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Den passenden Pfeil finden – Schritt 2 – die richtige Pfeillänge

Hast Du Dich nun für das Material entschieden, musst Du festlegen, wie lange Dein Pfeil sein soll. Der Pfeil muss auf jeden Fall lange genug sein, um bei vollem Auszug nicht hinter das Bogenfenster gelangen zu können. Ansonsten könnte es passieren, dass Du Dir den Pfeil versehentlich selbst durch die Hand schießt, was von den meisten Menschen als eher unangenehm empfunden wird. 
Du solltest also zuerst einmal messen, wie weit Du eigentlich ausziehst. Am einfachsten geschieht dies mithilfe eines Messpfeils, auf dem bereits die entsprechenden Maße eingezeichnet sind. Du kannst aber auch einen bereits vorhandenen Pfeil nehmen und jemand bitten, eine Markierung anzubringen, nachdem Du ausgezogen hast. (Achte dabei aus Sicherheitsgründen darauf, dass die zweite Person NEBEN und nicht vor dem Bogen steht). Anschließen misst Du mit einem Maßband am Pfeil vom Nockboden bis zur Markierung.
Hat Du weder einen Messpfeil, noch einen normalen Pfeil zur Verfügung, kannst Du auch eine Kerbe in eine (gerade) Holzstange schnitzen und damit auf der Sehne einnocken.
Am besten misst Du Deinen Auszug bis zur Vorderkante des Bogenfensters, dort wo der Pfeil aufliegt. 

Messpfeil: (Werbung)

Wie weit soll der Pfeil über das Bogenfenster ragen?

Als Anfänger solltest Du den Pfeil mindestens genauso lange lassen wie Deine bis zur Vorderkante des Bogenfensters gemessene Auszugslänge. Denn möglicherweise ändert sich Dein Ankerpunkt noch und Deine Auszugslänge wird länger. 
Ob und mit wie viel Überstand intuitive Bogenschützen Ihre Pfeile nun schießen ist jedoch eine sehr individuelle Angelegenheit. Manche haben gar keinen Überstand oder lassen die Spitze sogar noch hinter der Vorderkante des Bogenfensters aufliegen. Andere wiederum, schießen Ihren Pfeil mit sehr viel Überstand. Das hängt einfach von Vorliebe und oder Gewohnheit des Schützen ab.
Als grobe Orientierungshilfe: Versuche es mit ein bis drei Finger breit Überstand (inklusive Pfeilspitze). 

Der passende Pfeil – Schritt 3 – die Wahl des Spitzengewichts

So, jetzt solltest Du Dich noch für ein Spitzengewicht entscheiden. Das Gewicht der Pfeilspitze beeinflusst den dynamischen Spine des Pfeils sowie auch seinen Schwerpunkt. Allerdings spielt auch hier wieder – Du ahnst es schon – die Vorliebe und Gewohnheit des intuitiven Schützen eine nicht unwesentliche Rolle. Als Anhaltspunkt für Dich als Anfänger: Für Bögen bis 30 Pfund Zuggewicht nimm eine Spitze mit ungefähr 80grain, bei 30-40 Pfund 100 grain und wenn Du mehr als 40 Pfund schießt, bist Du wohl kein Anfänger mehr. (40-50 Pfund 100-150 grain)

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Den passenden Pfeil zum Bogenschießen finden – Schritt 4 – der statische Spine des Pfeilschaftes

Gut. Du weißt jetzt also Deine Pfeillänge und hast Dich für ein Spitzengewicht entschieden. Um Dir den statischen Spinewert den Dein Schaft ungefähr haben sollte auszurechnen, brauchst Du noch folgende Angaben:
Sehnentyp und Anzahl der Stränge: Dacron oder Fastflight? Die Stränge der Sehne kannst Du einfach nachzählen.
Zuggewicht auf den Fingern: Idealerweise errechnest Du den Spinewert auf Basis des Zuggewichtes, welches Du bei Deinem Auszug auf den Fingern hast. (Weiterführende links dazu unten)
Falls Du das nicht ermitteln kannst, verwende das Zuggewicht welches auf Deinem Bogen für 28″ Auszug angeben ist. Du findest es meist mit der Angabe # irgendwo auf den Wurfarmen angegeben, bzw. bei Take-down Bögen manchmal auch unter den Wurfarmen.
All diese Angaben gibts Du jetzt in den Spinewertrechner ein: https://intuitivbogen.at/spinewertrechner-fuer-carbonpfeile-und-holzpfeile

Der Rechner empfiehlt Dir, dann einen statischen Spinewert den Dein Pfeil haben sollte. Wenn Du Dir Deinen Pfeil nun mit einem solchen statischen Spinewert und in der Länge und mit dem Spitzengewicht welches Du in den Rechner eingegeben hast kaufst, wird der Pfeil zumindest ungefähr zu Deinem Bogen passen.

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Der passende Pfeil zum Bogenschießen – Schritt 5 – Weiterlernen…

So, fürs Erste hast Du nun also einen ungefähr richtigen Pfeil. Um im Laufe der Zeit aber wirklich den optimalen Pfeil zu finden, sind zwei Dinge wichtig:

Erstens: Deine Schießtechnik muss sauber und reproduzierbar werden. Solange Deine Grundtechnik zum Bogenschießen nicht zumindest halbwegs sauber abläuft, wirst Du auch nur schwer feststellen können, ob der Fehler bei Dir oder beim Pfeil liegt. Zumal sich durch Unterschiede im Bewegungsablauf (unsauberes Lösen, veränderte Armhaltung, unterschiedlicher Griff in die Sehne) auch der dynamische Spine des Pfeils ändert)

Zweitens: Um dann den Pfeil tatsächlich so zu haben, wie man ihn haben will, ist es notwendig zu verstehen, wie die einzelnen Komponenten vor allem den dynamischen Spine des Pfeils beeinflussen. Bei oben verlinkten Spinewertrechner findest Du schon einige Hinweise diesbezüglich. Unter diesem Link findest Du eine Übersicht mit weiteren Links zu Beiträgen und Videos die diese Zusammenhänge erläutern.

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In diesem Sinne: 

Alle ins Gold, alle ins Blatt! 
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