Die Sonntagsschützen

Wir alle kennen und lieben sie! Die Sonntagsschützen, die ausschließlich an Sonn- und Feiertagen und bei schönem Wetter ihren gelegentlichen Abenteuerausflug mit Pfeil und Bogen absolvieren. Oft begleitet von raunzigen Kindern, schlecht gelaunten Partner:innen und von Durchfall geplagten Hunden. Gemäß dem Motto „Von nichts kommt viel“ werden gerne auch Neulinge mitgenommen und in der geheimen Kunst des Bogenschießens unterwiesen.

Die Ausrüstung der Sonntagsschützen ist beeindruckend. Der Amazon-Compund-Abverkaufsbogen aus chinesischer Massenfertigung um 80€ in Kombination mit den günstigsten Fiberglaspfeilen, die sich in irgendeinem Onlineshop auf Seite 28 der Google-Suche um 70 Cent das Stück haben finden lassen. Oder gerne auch der Einsteigerbogen mit den verdrehten Wurfarmen um 10 € aus Willhaben, trefflich kombiniert mit den guten alten 23-15 Alupfeilen mit 125-Grain-Spitze. Die Kinder dürfen mit den Amazon-Spielzeugbögen aus Hartplastik schießen, die Jüngsten sogar noch mit Saugnapfpfeilen, die sie quer durch den Wald ballern.

Auf die Sicherheit wird von den Sonntagsschützen natürlich größter Wert gelegt. Beispielsweise stellen sie sich gerne seitlich versetzt vor den jeweiligen Schützen, also entlang der Flugbahn, um im Falle eines Nockbruchs oder brechenden Bogens den Pfeil oder Bogenteile sicher auffangen zu können.
Auch beim Pfeile suchen hinter dem Ziel achten sie darauf, sich möglichst gut zu verstecken, um nicht von nachfolgenden Schützen möglicherweise mit einem Ziel verwechselt zu werden.
Bei Pflöcken wird natürlich immer der am weitesten entfernte gewählt, immerhin ist man ja bereits fast Profi. Gerne schießt man auch mal einfach von irgendwo quer auf das Ziel, zwischen ein paar Bäumen und Sträuchern hindurch. Soll ja auch Spaß machen!
Falls trotz der hervorragenden Fähigkeit doch mal ein Pfeil zu Bruch geht, wird der einfach liegen gelassen. Immerhin hat man ja bezahlt – also für die halbe Gruppe zumindest –, da kann der Betreiber schon die Müllentsorgung dafür übernehmen.

Auch die sozialen Verhaltensregeln werden großgeschrieben! So unterhält man sich beispielsweise immer in der größtmöglichen Lautstärke, damit andere Parcoursbesucher nicht etwa das Gefühl bekommen, von der Unterhaltung ausgeschlossen zu sein.
Auch nachkommenden Schützen anzubieten, gleich mitzuschießen und dann beim nächsten Ziel vorzugehen, wird konsequent vermieden. Einerseits könnte es die Betreffenden ja stressen, vor den anderen schießen zu müssen, andererseits könnte dadurch ja der Eindruck entstehen, man würde die Geduldsfähigkeit der anderen nicht anerkennen.

Selbstverständlich werden auch immer alle Pfeile aus dem Köcher auf das Ziel geschossen. Es ist ja wichtig zu zeigen, dass man kein Hobbyschütze mehr ist, sondern stets hart am körperlichen Limit trainiert.
Beim Pfeile suchen lassen sich unsere Sonntagsschützen gerne reichlich Zeit. Ganz egal, wie viele und wie lange Leute schon am Pflock warten: Kein Pfeil wird der Umwelt zuliebe zurückgelassen! Und selbstverständlich kann die Suche nicht zwischendurch unterbrochen werden, da die Spuren sonst verschwinden würden.

Beeindruckend ist auch die Vorbildwirkung bezüglich antiautoritärer Erziehung, die von den Sonntagsschützen an den Tag gelegt wird. Die Kinder wollen noch einmal schnell Pfeile holen und noch einmal einen ganzen Köcher auf das Ziel schießen? Kein Problem! Die Kinder wollen jetzt unbedingt vor dem Ziel ihre Jause essen? Auch kein Problem, sie sollen ja lernen, auf ihren Körper zu hören.
Die Kinder wollen selbstständig ein wenig zwischen den Zielen umherlaufen und verstecken spielen? Hey, auch kein Problem! Sie sollen sich frei entfalten und ihre eigenen Erfahrungen machen können.
Und die Hunde? Ja, für die gilt in Summe natürlich dasselbe wie für die Kinder. Außerdem sollen sie sich so richtig frei fühlen und es auch genießen, wenn sie hinkacken dürfen wo sie wollen, ohne dass ihnen ständig jemand mit der Plastiktüte hinterherläuft.

In diesem Sinne: Alle ins Gold, alle ins Blatt!

(Hinweis: Satire)

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Poster zum Schussablauf

Auf diesem Poster ist die Kurzbeschreibung des Bewegungsablaufs beim Bogenschießen aus "Bogenschießen Schritt für Schritt" zu sehen. Der Druck auf hochwertigem Fotopapier hat eine Größe von 90x60cm. Damit eignet sich das Poster ideal als Veranschaulichung für das Anfängertraining in Vereinen.

Bogenschießen Schussablauf

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