Der richtigen Bogen kaufen

 

Einsteiger, die sich nach den ersten Übungsschüssen mit Leihbögen oder den Bögen von Freunden schließlich einen eigenen Bogen kaufen möchten, stehen vor einem riesigem Angebot.
Für das intuitive Bogenschießen kommen in den meisten Fällen folgende Bogentypen zum Einsatz:

  • Langbogen
  • Recurvebogen
  • Hybridbogen
  • Reiterbogen

Compoundbögen können ebenfalls intuitiv geschossen werden, finden in diesem Bereich aber nur vereinzelt Verwendung.
Die oben genannten Bögen gibt es in verschiedenen Bauweisen, sowohl traditionell aus Holz oder Horn, als auch in moderner Bauweise mit Griffstück aus Holz, Kunststoff oder beiden, sowie mit laminierten Wurfarmen.
Prinzipiell fühlen sich die genannten Bögen im Abschuss unterschiedlich an. Jedoch variieren diese Unterschiede auch mit der Bauweise. So gibt es beispielsweise Langbögen in moderner Bauweise, die ein Schussfenster aufweisen und Mittelstücke mit gleicher Formung und vergleichbarem Gewicht wie Recurvebögen haben und sich von daher im Abschuss auch ähnlich anfühlen.

 

 

Grundlegende Kriterien die beim Kauf eines Bogens beachtet werden sollen

 

Das Bogengewicht

Je schwerer das Mittelteil des Bogens ist, desto ruhiger wird ein Bogen im Abschuss. Mehr Masse absorbiert mehr Schwingungen. Der Bogen verursacht weniger Handschock.
Umgekehrt braucht es auch mehr Kraft um einen schwereren Bogen hoch zu halten. Dadurch kann es bei längerem Schießen unter Umständen schneller zu Müdigkeit im Bogenarm kommen.

 

Die Formung des Griffstückes

Griffstücke gibt es in unterschiedlichen Formungen. Bögen in moderner Bauweise haben häufig auch ergonomisch geformte Mittelteile. Bögen die sich an traditionelle Formen anlehnen, weisen oft nur ein rundes, bzw. ovales Mittelteil auf. Teilweise sind diese mit Leder oder anderen Materialen umwickelt.
Achte beim Bogenkauf darauf, wie du mit der Beschaffenheit des Griffstückes klar kommst. Ein ergonomisch geformtes Mittelteil wird in der Regel leichter zu handhaben sein, aber auch das Schießen mit einfachem Griff hat seinen eigenen Reiz.

 

Schussfenster oder nicht

Bögen können ein Schussfenster haben indem der Pfeil aufliegt, oder eben nicht. Bei Bögen mit Schussfenster wird der Pfeil gerade durch den Bogen durchgeschossen.
Bei Bögen ohne Schussfenster, liegt der Pfeil entweder auf der Hand, oder auf einer schmalen Leiste am Bogenrand auf. Der Pfeil muss dabei am Bogen vorbei.
Prinzipiell lässt sich mit beiden Typen von Bögen treffsicher schießen, wenngleich das Schießen mit Bögen mit Schussfenster meistens als einfacher empfunden wird.
Probier am besten beide Bogentypen aus.

 

Das Zuggewicht

Das Zuggewicht ist das Gewicht, welches bei einer bestimmten Auszugslänge (28″) auf deinen Fingern lastet. Bögen gibt es in unterschiedlichen Zuggewichten. Je höher das Zuggewicht, desto schneller wird meist auch der Pfeil und desto länger fliegt er gerade, bevor er sich abzusenken beginnt.
Ein höheres Zuggewicht bedeutet aber auch mehr Kraftaufwand und erschwert eine saubere Schießtechnik.
Entscheide dich für ein Zuggewicht, welches du über einen längeren Zeitraum hinweg, durchgehend sauber schießen kannst.

 

Take down oder einteilig

Recurvebögen, aber auch Lang- und Hybridbögen, gibt es auch als sogenannte take-down Bögen. Bei diesen kann man die Wurfarme abnehmen. Dies bringt Vorteile im Transport mit sich, aber auch die Möglichkeit, auf Wurfarme mit mehr oder weniger Zuggewicht zu wechseln, ohne das Griffstück tauschen zu müssen.
Gerade für Einsteiger sind Take-down Bögen oft eine gute Option, weil sich das gewünschte Zuggewicht noch ändern kann.

 

Der Preis

Selbstverständlich ist auch der Preis ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung. Hierzu sei gesagt, dass wir den höheren Preis bei einem Bogen nicht zwangsläufig dafür bezahlen, dass der Bogen die Pfeile noch präziser auswirft als ein günstigerer Bogen.
Den höheren Preis bezahlen wir in der Regel für eine höherwertige Verarbeitung, spezielle Hölzer, Handarbeit, Einzelstücke, Sonderanfertigungen, zuweilen auch einfach für die Marke.
Die Präzision die wir beim intuitiven Bogenschießen erreichen können, erreichen wir in aller Regel aber auch mit günstigeren Modellen. In den meisten Fällen – und vor allem in der Anfangszeit – scheitern wir an uns selbst und nicht am Bogen.

 

Den Bogen vor dem Kauf unbedingt ausprobieren

 

Bevor du dich für den Kauf eines Bogen entscheidest, solltest du ihn unbedingt ausprobieren. Das Beste ist immer, wenn du zum Fachhändler gehst und dort verschiedene Bögen ausprobierst. Lass dir mit deiner Kaufentscheidung Zeit und probiere ruhig mehrmals – Es ist nicht jeden Tag gleich.
Beim Fachhändler hast du auch den Vorteil, dass du den Bogen mit den passenden Pfeilen dazu ausprobieren kannst. Auch kannst du dich über weiteres passendes Zubehör schlau machen.
Wenn du Bögen beim Fachhändler ausprobierst, dann sei aber bitte auch so ehrlich, den Bogen für den du dich entscheidest, auch beim Fachhändler zu kaufen. Es ist nicht anderes als Betrug, sich beim Fachhändler quer durch alle Modelle zu schießen und den Bogen danach im Internet zu bestellen, nur um sich der Gier wegen ein paar Euro zu ersparen.

 

Den richtigen Bogen kaufst du dann, wenn…

 

…der Bogen für dich passt. Wenn du ihn gerne in die Hand nimmst, wenn dir das Schießen damit Freude bereitet und wenn du einfach Spaß mit dem Bogen hast, wirst du über kurz oder lang auch lernen, damit zu treffen.
Lass dich nicht verunsichern, wenn andere behaupten, dass dieser oder jene Bogen oder Bogentyp viel besser sei als dein eigenes Pfeilbeschleunigungsgerät.
Es ist dein Bogen. Er soll sich für dich gut anfühlen und dir Freude machen. Das ist das Wichtigste.

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