Besser Bogenschießen, genauer treffen – Fast alle möchten gerne ihre Gruppierung verbessern. Doch wie wird man beim Bogenschießen als Anfänger am schnellsten besser? Auch wenn es kein Pauschalrezept dazu gibt, können ein paar grundlegende Tips Deine Treffsicherheit mit Pfeil und Bogen rasch steigern. Viele davon werden Dir als Selbstverständlichkeit erscheinden – die Praxis zeigt jedoch häufig das Gegenteil.

Besser Bogenschießen durch richtige Aufmerksamkeitslenkung

Hat einen einmal der Ehrgeiz gepackt, kann es vorkommen, dass man viel zu viel Aufmerksamkeit auf den Zielvorgang oder das Treffen wollen an sich legt. Diese Aufmerksamkeit fehlt dann jedoch dort, wo sie eigentlich benötigt wird – nämlich beim Bewegungsablauf!
Dies bedeutet nicht, dass die Zielphase nicht wichtig wäre. Sie sollte jedoch nur einen kleinen Teil der Aufmerksamkeit beanspruchen, während der Rest bei der Körperwahrnehmung bleibt.
Womit wir direkt zum nächsten Punkt kommen:

Besser treffen durch bessere Körperwahrnehmung

Bogenschießen ist in erster Linie eine Tätigkeit der Körperwahrnehmung, des Körpergefühls.* Die Aufmerksamkeit soll auf den Bewegungsablauf gerichtet und dieser detailliert wahrgenommen werden. Die Lernzeit für den grundsätzlichen Schussablauf wird dadurch verkürzt. Aber auch der automatisierte Bewegungsablauf läuft sauberer ab, wenn Du dabei in einer entspannt-aufmerksamen Gesamtwahrnehmung Deines Körpers bleibst.
Je genauer Du Deinen Schussablauf kennenlernst und weißt, wie sich Dein Körper bei einem perfekten Schuss anfühlen, soll, desto häufiger wirst Dir der perfekte Schuss auch gelingen.

Ein Teilaspekt der Aufmerksamkeitslenkung:

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Besser Bogenschießen durch einen ritualisierten Bewegungsablauf

Sicher hast Du schon gehört, dass es beim Bogenschießen darauf ankommt, immer alles genau gleich zu machen. Jede kleine Änderung führt zu einem etwas anderen Pfeilflug und damit zu einer anderen Trefferlage.
Dieses “immer alles gleich machen”, beginnt jedoch nicht irgendwo mit dem Spannen des Bogens und endet auch nicht mit dem Lösen. Vielmehr sollte alles – vom Hinstellen bis zum Sinken lassen des Bogens, in immer gleicher, also ritualisierter Weise erfolgen.
Mancher mag hier einwenden, dass es doch einzig und alleine darum geht, im Moment des Lösens in der perfekten Haltung zu sein. Das ist durchaus richtig. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich in diese perfekte Haltung zu kommen, steigt jedoch enorm, wenn auch das Vorangegangene bereits ritualisiert ausgeführt wurde. Und die Chance, dass die perfekte Haltung auch beim nächsten Pfeil erreicht wird, wächst wiederum, wenn der Schuss auch immer gleich abgeschlossen wird.

Besser Bogenschießen mit niedrigem Zuggewicht

Keine Sorge: Wenn Du ein hohes Zuggewicht schießt, kannst Du dies auch gerne weiterhin tun. Tu Dir aber den Gefallen und übe zwischendurch immer wieder mit einem Bogen mit niedrigem Zuggewicht. Es reicht ein ganz einfacher Einsteigerbogen mit maximal 18lbs oder auch ein Kinderbogen.*
Der Grund ist simpel und liegt in oben beschriebener Körperwahrnehmung. Je höher das Zuggewicht, desto größer ist logischerweise die Muskelanspannung – vor allem natürlich in der Schulter- und Rückenmuskulatur. Je größer jedoch die Anspannung – der “Schmerz” – in einem einzelnen Bereich des Körpers ist, desto schwieriger wird es, sowohl diesen Bereich, als auch den restlichen Körper, wirklich differenziert wahrzunehmen.
Übst Du hingegen mit geringem Zuggewicht, kannst Du Deinen Körper dabei nicht nur besser wahrnehmen, sondern auch in aller Ruhe “mit ihm spielen”. Dein Körper hat 656 Skelettmuskeln – und jeder davon kann Deinen Schuss in irgendeiner Weise beeinflussen.
Genauso kannst Du natürlich auch Gummibänder verwenden*, um den den Schussablauf zu simulieren und Dein Körpergefühl zu verbessern.

Besser treffen durch Qualität statt Quantität

Gerne wird immer wieder postuliert, dass Spitzenschützen tausend und mehr Pfeile pro Woche schießen. Das führt aber zu dem Trugschluss: “Viel hilft viel”.
Besser beim Bogenschießen wirst Du aber nicht, indem Du einfach irgendwie tausend Pfeile pro Woche raushaust. Vielmehr solltest Du “das schöne Schießen” üben. Soll heißen, Du achtest bei wirklich jedem Pfeil bestmöglich auf Deinen Bewegungsablauf, bemühst Dich, Dein Ritual einzuhalten und lässt Deine Aufmerksamkeit bei Deinem Körper. Dann wirst Du auch mit wesentlich weniger Pfeilen pro Woche Fortschritte erzielen und besser treffen.

Besser Bogenschießen, indem tatsächlich das geübt wird, was Probleme macht

Jeder hat so seine eigenen Schwierigkeiten. Das kann ein bestimmter Schusswinkel am Parcours sein, Probleme beim Entfernungen schätzen, Schwierigkeiten mit der Konzentration, wenn Unruhe am Platz herrscht etc. .
Genau das solle dann auch gesondert und vermehrt geübt werden. Kling banal und logisch, findet aber sehr häufig nicht statt.

Dasselbe Prinzip trifft natürlich auch auf Elemente im Bewegungsablauf zu. Hast Du Probleme mit einem gleichmäßigen Stand, dann mache Übungen für den Stand,* hast Du Probleme mit dem Lösen, mache Übungen für das Lösen* etc.

Besser treffen, indem das Problem zuerst immer hinter dem Bogen gesucht wird.

Die Schwierigkeiten liegen zu mindestens(!) 90% in Deiner Schießtechnik begründet, die wiederum von mentalen Aspekten * beeinflusst wird. (Je besser Deine Technik bereits ist, desto stärker wird der mentale Aspekt spürbar)
Innerhalb einer Bogenklasse, so sagt man, kann das Material maximal 10% vom Ergebnis ausmachen. Und das ist schon eine extrem hoch gegriffene Schätzung.
Wenn Deine Trefferbilder also plötzlich schlechter werden, obwohl Du nichts am Material geändert hast, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass dort der Fehler liegt.
Klingt schon wieder banal? Ist es auch, wird aber erstaunlich oft ignoriert.

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Besser Bogenschießen durch realistische Selbsteinschätzung und entsprechende Zielsetzung

Wie sauber und vorteilhaft ist Dein Schussablauf wirklich?
Inwiefern kennst Du die mentalen Aspekte, die für Dich beim Bogenschießen eine Rolle spielen und versuchst, auch diese zu trainieren?

Nach Klärung obiger Fragen, stell Dir die folgenden Fragen nach der SMART-Methode

Welches Ziel genau strebst Du an?
Wie misst Du, ob dieses Ziel erreicht ist?
Ist das Ziel tatsächlich attraktiv für Dich?
Wie realistisch ist es, dieses Ziel zu erreichen?
Bis wann möchtest Du es erreicht haben?

Soll heißen:
Dein Ziel soll klar definiert sein.
Es sollte in irgendeiner Weise messbar sein, also beispielsweise eine bestimmte Punktezahl unter genau definierten Bedingungen wie Distanz, Scheibengröße und genauem Ablauf des Schießens.
Ein Ziel sollte eine gewisse Attraktivität für Dich haben. Wenn es nicht attraktiv für Dich ist, warum solltest Du dann Energie darauf verwenden, es zu erreichen?
Dein Ziel sollte in einer Weise realistisch sein, dass es Dich fordert, aber nicht überfordert. Es sollte auf jeden Fall erreichbar sein.
Lege fest, bis wann Du dieses Ziel erreicht haben möchtest und terminiere gegebenenfalls auch Zwischenziele.

Deine Selbsteinschätzung und Deine Zielsetzung gehen natürlich Hand in Hand. Beachte dabei: Wird das Ziel über die Punkte gemessen, dann sind nicht die Punkte das eigentliche Ziel. Sie sind einfach nur das Messwerkzeug, mit dem Du feststellst, ob Du ein Ziel – beispielsweise weniger Lösefehler – erreicht hast.

Lasse Dir Tips und Ratschläge begründen

Dieser Punkt ist um so wichtiger für Dich, wenn Du gerade erst mit dem Bogenschießen beginnst. Ziemlich sicher bekommst Du dabei viele Tips. Eventuell bist Du Dir nicht sicher, ob ein Tip sinnvoll ist. Es lohnt sich in diesem Fall, genauer nachzufragen. Je besser Dir jemand erklären kann, warum genau Du etwas auf diese oder jene Weise machen solltest und was sich im Vergleich zu dem, was Du jetzt machst dadurch ändert, desto besser kannst Du dann selbst nachvollziehen, ob der Tip sinnvoll für Dich sein kann oder nicht. 

In diesem Zusammenhang ist auch der nächste Punkt relevant:

Besser Bogenschießen durch “Wer triftt hat recht?”

Nein! Es gibt selbstverständlich eine große Bandbreite, auf welche Weise ein Bogen geschossen werden kann. Aber beachte:

Wer mit einer bestimmten Technik innerhalb einer bestimmten Disziplin reproduzierbar trifft, hat in erster Linie nur mal für sich selbst recht. Bestimmte Dinge funktionieren nur innerhalb eines gewissen Distanz- und Präzisionsbereichs zufriedenstellend. Ebenso ist eine funktionierende Technik nicht gleichzusetzen mit einer idealen Technik. Gut möglich also, dass die eine oder andere Änderung einem Schützen nicht doch ein noch besseres Trefferbild bringen würde. 

Wenn Dir also jemand einen Tip mit dem Argument “ich treffe damit, also habe ich recht” verkaufen möchte, dann kauf das keinesfalls sofort.

Besser treffen, indem man den Unterschied zwischen gefühltem und tatsächlichen Schussablauf sieht

Wie wir glauben Bogen zu schießen und wie wir tatsächlich Bogenschießen sind sehr oft zwei sehr verschiedene Paar Schuhe. Wenn Du regelmäßig mittels Video und Filmaufnahmen *Deinen Schussablauf festhältst, erkennst Du, wie sehr sich Vorstellung und Wirklichkeit möglicherweise unterscheiden. Du siehst dadurch, in welchen Bereichen Deine Form noch ausbaufähig ist und kommst allmählich zu einer besseren Selbsteinschätzung.

Alle ins Gold, alle ins Blatt 

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