Neuroathletik-Training beruht auf der Tatsache, dass jegliche Bewegung vom Gehirn gesteuert wird. Über unsere verschiedenen Wahrnehmungssysteme nehmen wir unablässig Informationen auf. Diese werden blitzschnell verarbeitet und Bewegungsabläufe angepasst. Störungen und nicht optimale Abläufe in der Informationsaufnahme, ihrer Verarbeitung und Weiterleitung, verhindern optimale Bewegungsabläufe. Im Neuroathletik Training werden Personen mithilfe verschiedener Übungen durchgetestet und die Informationsflüsse verbessert. Mithilfe sogenannter Assessments kann laufend festgestellt werden, wie gut die jeweiligen Übungen greifen.

Durch Neuroathletik angesprochene Wahrnehmungssysteme

Neuroathletisches Training spricht unser visuelles, vestibuläres und propriozeptives System an. Obgleich alle drei Systeme sehr wichtig sind, ergibt sich für die Bewegungssteuerung eine Hierarchie in dieser, absteigenden Reihenfolge:

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Visuelles System:

Das visuelle System liefert und verarbeitet die meisten, der für die Bewegungssteuerung notwendigen Informationen. Dabei geht es in der Neuroathletik nicht nur um Sehstärke, sondern um die gesamten visuellen Fähigkeiten, wie etwa dem Wechsel zwischen verschiedenen Entfernungen, Augenbewegungen und Informationsaufnahme aus den Rändern des Gesichtsfelds.

Vestibuläres System

Die Gleichgewichtsorgane in unserem Innenohr lassen uns Beschleunigungen unseres Körpers wahrnehmen. Diese werden vom Gehirn interpretiert und die für das Gleichgewicht notwendigen Signale wiederum an den Körper gesandt. Im Neuroathletik-Training wird das vestibuläre System – nach vorbereitenden Einzelübungen – durch Kombinationsübungen aus Bewegung, bestimmten Kopfhaltungen und visuell zu fixierenden Punkten geübt.

Propriozeptives System

Unter Propriozeption verstehen wir die Wahrnehmung des eigenen Körpers, seiner Position im Raum und die Stellung der einzelnen Körperteile zueinander. Im Neuro-Athletik Training wird hier unter anderem festgestellt, wie gut der Klient die möglichen Bewegungen seiner Gelenke ausführen kann und die Wahrnehmung und Ansteuerung durch Übungen verbessert.

Funktioniert Neuroathletik-Training wirklich?

Neuro-Atheltik Training geht auf den Athletiktrainer Eric Cobb zurück, der vor rund 20 Jahren damit begann, neurowissenschaftliche Erkenntnis in sein Training zu integrieren. Bekannt wurde diese Trainingsmethode bei uns vor allem durch den Sportwissenschaftler Lars Lienhard*, der entsprechende Methoden erfolgreich im Spitzensport einsetzt und bei der Fußball WM 2014 Teil des deutschen Betreuerteams war.

Bemängelt wird andererseits, dass für die Wirksamkeit bislang keine wissenschaftlichen Beweise vorliegen und die mit der Methode erzielten Erfolge möglicherweise auf Placebo-Effekte zurückzuführen sind.

Meine persönliche Erfahrung: Ich stieß auf den Neuroathletik-Trainer Kurs, als ich auf der Suche nach zeitlich flexiblen Fort/Ausbildungen war, die thematisch zu meiner Mentaltrainer-Ausbildung passten. Dabei war ich anfangs durchaus skeptisch. Ich entschied mich dennoch dafür, da das darin enthaltene Grundmodul allerhand interessante Themen enthielt.
Natürlich probierte ich das Ganze auch in der Praxis beim Bogenschießen aus. Erst für mich selbst, dann auch immer wieder mal als Teilelemente bei diversen meiner Bogenschießkurse: in beiden Fällen stets mit sehr positiven Auswirkungen.
Allerdings: Die Frage, ob es sich dabei um Placebo-Effekte handelt oder nicht, kann ich leider nicht beantworten. Und die Studienlage dazu, wird voraussichtlich noch längere Zeit dünn bleiben, da – wie mir mein Dozent im Fachgespräch meiner Ausbildung erzählt hat – es kaum möglich ist, die für aussagekräftige Untersuchungen nötigen Geldmittel zu bekommen.

Aber so oder so:

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