Zielscheibe – Empfehlungen für geeignete Scheiben zum Bogenschießen

Zielscheiben sind mir in den mittlerweile doch schon recht vielen Jahren, in denen ich das Bogenschießen betreibe schon einige untergekommen. Unten erfährst Du mehr darüber, wie Du Dir Zielscheiben recht einfach selber bauen kannst und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Materialien haben. Fall Du aber einfach nur auf der Suche nach ein paar Empfehlungen bist, fange ich mit diesen hier an:

Schießwürfel Zielscheibe – die praktische „immer dabei-Lösung“ 

Schießwürfel sind die praktischsten Ziele. Sie lassen sich unkompliziert aufstellen, passen in jeden Kofferraum und sind durch ihre quadratische Form extrem langlebig. Diese Art von Zielscheibe eignet sich insbesondere auch für Schützen, die das 3D Schießen außerhalb von Parcours üben möchten. Der Würfel kann problemlos auch auf Hängen postiert und Winkelschüsse damit einfach geübt werden. Schießwürfel gibt es von verschiedenen Herstellern* in verschiedenen Ausführungen. Mein persönlicher Favorit ist der Würfel von Rinehart – ein Kollege beschießt den Würfel schon seit längerer Zeit mit dem Compoundbogen und das Teil ist immer noch sehr gut erhalten.

Foam-Zielscheibe ELEVEN 

Während des ersten Lockdowns Anfang 2020 leistete mir eine Foam-Zielscheibe von Eleven, die ich noch im Schuppen stehen hatte, sehr gute Dienste. Das Teil hatte ich irgendwann gekauft, dann aber nie mehr in Verwendung gehabt. Obwohl meine Scheibe für ein geringeres Zuggewicht ausgelegt war, hielt sie dennoch einem Beschuss mit 40lbs stand. Die Pfeile standen zwar hinten heraus, gingen aber nie durch. ELVEN Zielscheiben sind aus verschiedenen Lagen FOAM gefertigt und bremsen den Pfeil dadurch ideal ab. Praktisch sind diese Scheiben in Kombination mit einem Scheibenständer*

3D Zielscheiben von SRT

3D Ziele zum Bogenschießen gibt es ebenfalls in großer Auswahl. Da ich ca. fünfmal die Woche auf meinem Hausparcours unterwegs bin, bekomme ich dort natürlich den „Lebenslauf“ verschiedener Zielscheiben mit. (Ja, auch 3D Ziele in Tierform werden im Bogenjargon als Scheiben bezeichnet). Es ist natürlich schwer ein abschließendes Urteil über die Haltbarkeit abzugeben,  da auch Größe und Schussentfernung eine Rolle spielen. Aber mein Eindruck ist, dass die 3D-Ziele des Herstellers SRT auf jeden Fall zu den robustesten gehören. Sie haben allerdings den Nachteil, dass die Schaummischung sehr hart ist und die Pfeile vor allem bei neueren Zielen entsprechende schwer zu ziehen sind. Dafür gehen die Löcher aber auch über einen langen Zeitraum hinweg wieder schön zu.

SRT-Zielscheibe Steinbock*

Zielscheibe für den Bogensport – selber bauen oder kaufen?

Die Zielscheibe existiert im Bogensport in vielerlei Variationen. Es ist durchaus möglich, sich gute Zielscheiben für das Bogenschießen auch selbst zu basteln. Umgekehrt sind Ziele für den Bogensport – verglichen mit ihrer Haltbarkeit – heutzutage auch nicht mehr all zu teuer. Hier findest du Informationen zum Selbstbau von Zielscheiben, sowie zu Vor- und Nachteilen verschiedener Zielscheibentypen aus dem Handel.

Der selbstgemachte Schießsack als Zielscheibe

Die einfachste Methode sich schnell eine Zielscheibe für das Bogenschießen zu basteln besteht darin, einen Jutesack mit weichem Material zu füllen. Gut geeignet ist hier weiches Plastik, welches als Haushaltsmüll ohnehin in großen Mengen anfällt. Wer auf der biologisch abbaubaren Seite bleiben möchte, kann als Füllmaterial auch Stroh verwenden. Als Füllung für den Schießsack eignet sich im Prinzip alles, was sich mit möglichst wenig Luft dazwischen zusammenpressen lässt. Der Sack wird dann oben fest zugebunden. Idealerweise nimmst Du noch einen zweiten Sack, in den Du den ersten verkehrt herum hineinstopfst. Auf diese Weise wird der Inhalt beim Verschnüren noch ein wenig besser zusammengepresst.
Der Schießsack als Zielscheibe hält am längsten, wenn er frei hängt.

Vorteile Schießsack:  Einfach zu bauen und zu transportieren. Kann jederzeit nach gestopft oder mit neuer Außenhaut überzogen werden.

Nachteile Schießsack: Jutesäcke sind zwar sehr robust, aber dennoch anfällig auf Feuchte und Hitze, weshalb sie relativ schnell mürbe werden, wenn man sie im Freien hängen lässt.

Jutesäcke bekommst Du im Baumarkt, aber teilweise auch als eigens für diesen Zweck vorgesehene Säcke mit Motiv:

Zielscheibe in Stapelbauweise aus Karton, Gummi etc…

 

Selbst Zielscheiben aus stärkere Kartonplatten oder dickere Gummimatten sind nach ein paar Schüssen mit Pfeil und Bogen durchgeschossen. Anders verhält es sich jedoch, wenn man Kartonplatten oder Gummimatten aufeinander stapelt und sie mithilfe eines Rahmens fest zusammenpresst. Der Pfeil rutscht dann zwischen die einzelnen Schichten und trägt weniger Material ab.
Die einfachste Methode sich eine solche Zielscheibe zu bauen besteht darin, das Füllmaterial zwischen zwei Holzplatten zu klemmen, die links und rechts mit einer Gewindestange verbunden sind. Durch Festziehen der Muttern kann eine solche Zielscheibe auch nachgespannt werden. Ebenso kann natürlich auch das Füllmaterial ausgetauscht, bzw. auch umgeschichtet werden. Zielscheiben in dieser Machart gibt es auch fertig im Handel zu kaufen.

Vorteile von Zielscheiben in Stapelbauweise: Halten den Pfeil sehr gut lassen sich einfach bauen und instand halten.

Nachteile: Eher schwer. Die Gewindestangen tun dem Pfeil nicht gut. Je nach Material auch anfällig auf Nässe.

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Zielscheibe aus Stroh

Der Klassiker beim Bogenschießen sind Zielscheiben aus Stroh. Entsprechend gepresst und verarbeitet halten Strohscheiben Pfeile ausgesprochen gut. Je nach Zuggewicht des Bogens müssen sie natürlich eine entsprechende Stärke aufweisen. Dies führt dazu, dass Strohscheiben die sich für stärkere Bögen eignen, auch relativ schwer werden.

Vorteile von Zielscheiben aus Stroh: Meist preisgünstiger als Kunststoff. Natürliches Material. Bei guter Verarbeitung und richtiger Verwendung moderate Lebensdauer.

Nachteile von Strohscheiben: verhältnismäßig schwer. Pfeile lassen sich oft nur schwer ziehen. Witterungsanfällig – geraten mitunter leicht aus der Form.

Foam – Zielscheibe (Schaumscheiben)

Zielscheiben aus Kunststoff sind die heutzutage die am häufigsten eingesetzten Ziele beim Schießen mit Pfeil und Bogen. Foam-Materialen, also aufgeschäumte Kunststoffe die für Zielscheiben verwendet werden, weisen einige hervorragende Eigenschaften auf, die sie für den Bogensport geeignet* machen.

Vorteile von Foam-Zielscheiben: Schaumscheiben sind leicht. Sie weisen je nach genauem Material hohe Toleranz gegen Nässe, Kälte, Hitze etc. auf. Das Material kann sich eine Zeitlang ausdehnen und so die Löcher nach dem Pfeile ziehen wieder verschließen. Der Schaum ermöglicht unterschiedlichste Formen und damit auch detailgetreue 3D-Tiere als Ziel.

Nachteile von Foam-Zielscheiben: Auch die besten Schaumscheiben halten nicht ewig und sie verwandeln sich irgendwann in Kunststoffmüll. Die anfallenden Mengen pro Kopf und Jahr sind jedoch auch bei sehr aktiven Bogenschützen als eher gering zu bezeichnen und nichts im Vergleich zu dem, was ein Durchschnittshaushalt pro Jahr an Plastikmüll produziert.

Zielscheiben Eigenbau-Experimente – wovon abzuraten ist

Vor allem Bogensportneulinge probieren immer wieder mal das eine oder andere als Zielscheibe aus. Was ihr euch ersparen könnt:
Normale Styroporplatten. Die zerbröseln euch im null Komma nichts. Dämmplatten halten ein wenig länger, sind aber auch schnell hinüber.
Normaler Bauschaum. Auch nicht optimal als Zielscheibe. Der Pfeil geht relativ glatt durch, das Zeug zerbröselt ebenfalls und hinterlässt gerne mal Rückstände am Pfeil. Zum Zusammenkleistern von alten 3D Zielen geht es zur Not, wobei es dafür aber auch Spezial-schäume gibt.
Normale Heuballen. Das geht prinzipiell, allerdings zerlegen sich die Dinger sehr schnell, bzw. „schlucken“ sie dann die Pfeile.

In diesem Sinne – alle ins Gold, alle ins Blatt!

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