Wie schwer müssen 3D Bogenparcours sein?

Die Frage, wie schwer 3D Bogenparcours sein müssen, sollen, dürfen, kommt immer wieder einmal auf. Und wie immer gibt es hier unterschiedliche Meinungen und Zugänge dazu. Auch die Frage was eigentlich “schwer” ist, wird in Bezug auf 3D Bogenparcours unterschiedlich beantwortet.

Womit hat man auf “normalen” 3D Bogenparcours zu rechnen?

Die meisten Betreiber orientieren sich an den Regelwerken nach WA oder IFAA. Nach WA steht der Pflock für Compoundschützen maximal 45 Meter entfernt, bei allen anderen maximal 30 Meter. Eine Einteilung für die Größe der Ziele gibt es hierbei nicht, das Regelwerk in Buch 2 formuliert wie folgt:

“9.1.1.4. Die Ziele werden so aufgestellt, dass sie der Tatsache Rechnung tragen, dass der Kurs nur aus unbekannten Entfernungen besteht und ein Maximum an Abwechslung und möglichst gute Geländenutzung bieten. Das Verhältnis zwischen Entfernung und Größe der Wertungszonen muss angemessen sein.”

Soll heißen, dass ein Rothirsch wahrscheinlich nicht in der Mindestdistanz von 5 Metern steht und ein Erdmännchen nicht in der Maximaldistanz von 30 Metern.

Bei IFAA entscheidet der maximale, vertikale Durchmesser der Lungenlinie über die Maximalentfernung:

Gruppe 1: Durchmesser größer als 250 mm – 60Yard (54,86 Meter)
Gruppe 2: Durchmesser zwischen 201 und 250 mm – 45Yard (41,15 Meter)
Gruppe 3: Durchmesser zwischen 150 und 200 mm – 35Yard (32 Meter)
Gruppe 4: Durchmesser kleiner als 150 mm – 20Yard (18,29 Meter)

Sowohl nach WA als auch IFAA müssen alle Schützen einen ungehinderten Blick auf die Scheibe haben und der gesamte Wertungsbereich darf nicht verdeckt sein.
Sind 3D Parcours nach einem diese beiden Regelwerke gestellt, werden durchschnittliche Schützen über die gesamte Runde gerechnet in etwa einen Punkteschnitt erzielen, der einem Körpertreffer mit dem ersten Pfeil entspricht – plus/minus, je nach genauer Schussanlage und Tagesverfassung.

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Womit hat man auf anderen 3D Bogenparcours zu rechnen?

Parcoursbauer die sich nicht an den offiziellen Regelwerken orientieren, erhöhen die Schwierigkeiten durch weitere Distanzen bzw. Ziele in untypischen Entfernungen wie eben das 30 Meter weit weg stehende Erdmännchen. Zusätzlich wird gerne noch die Sicht auf das ganze Ziel blockiert bzw. Teile davon durch Äste verdeckt. Ist es dann immer noch nicht schwer genug, wird der Pflock an der steilsten und rutschigsten Stelle des Hangs eingeschlagen.

Kann ein Parcours tatsächlich zu leicht sein?

Was ich persönlich immer wieder mal höre:
“Letztens war ich auf Parcours XY. Der ist zwar schön, war mir aber irgendwie zu leicht.”
Frage ich dann nach dem Ergebnis oder sehe mir dieses auf Skillboard an, bewegt sich der Durchschnitt meist irgendwo zwischen Körper- und Lungentreffer mit dem ersten Pfeil, mitunter auch noch darunter.
Da ist also dann eigentlich doch noch reichlich Luft nach oben und der Parcours kann in diesem Sinne nicht zu leicht sein…
Schaut man sich die Ergebnisse auf verschiedenen 3D Parcours im intuitiven Bereich so an, dann fällt auf, dass es verhältnismäßig wenige Schützen sind, die auch auf eher einfach gestellten, WA oder IFAA ungefähr entsprechenden Anlagen, einen Durchschnitt von einem Lungentreffer und darüber schaffen – und wiederum nur ein sehr kleiner Teil dieser Schützen schafft das beim allerersten Besuch eines Parcours.
Was wir beim 3D Bogenschießen ja anstreben, ist nicht, dass Ziel irgendwo am Körper zu treffen, sondern einen Herztreffer zu landen – je nach Wertungssystem vielleicht sogar genau die Herzmitte. Mir persönlich fällt ad-hoc niemand ein, der das über die ganze Parcoursrunde hinweg bereits durchgehend geschafft hätte.

3D Bogenschießen

3D Bogenschießen

 

 

 

 

 

 

 

​3D Bogenschießen am Parcours stellt den Schützen vor eine ganze Reihe zusätzlicher Herausforderungen. Durch das Gelände erschwerte Körperhaltungen, steile Winkelschüsse, Täuschungen bezüglich der Entfernung und Lage der Trefferzone, sowie eine ganze Reihe mentaler Herausforderungen, machen das 3D Bogenschießen zu einer einzigartigen Disziplin im Bogensport. Dieses Handbuch führt ...

Raffiniert vs. extrem gestellte 3D Parcours

Es gibt 3D Parcours die sich im Rahmen oder nahe an IFAA oder WA bewegen und die trotzdem sehr fordernd und schwierig sind. Nämlich deshalb, weil sehr erfahrene Parcoursbauer die Gegebenheiten so ausgenutzt haben, dass sie leicht zu Täuschungen in Bezug auf die Entfernungen führen und die Abfolge der Schüsse die Schützen psychologisch vielleicht noch zusätzlich fordert.
Dem gegenüber stehen 3D Parcours die einfach nur aufgrund ungewöhnlich hoher Distanzen, eingeschränkter Sichtlinien und verstellter Wertungszonen wegen schwieriger sind, wirkliche Raffinessen aber vermissen lassen.

Jeder schießt die 3D-Parcours die ihm gefallen!

Letztendlich hat aber natürlich jeder 3D Parcours seine Berechtigung. Nicht alle Schützen wollen immer nur auf Präzision im Sinne von “einem Herztreffer-Schnitt möglichst nahe kommen” trainieren, sondern finden auch Gefallen an extremen Weit- und Durchschüssen und nur teilweise sichtbaren Zielen. Abwechslung ist das halbe Leben und jeder schießt mehrheitlich halt jene Parcours die ihm am meisten zusagen und zur Abwechslung dann eben die anderen…
Ich persönlich für meinen Teil mag beispielsweise an WA/IFAA angelehnte Parcours am meisten, besuche gerne aber auch immer wieder mal “härtere” Parcours die mich mental in anderer Weise fordern.
Hier findest Du übrigens noch weitere Parcoursberichte: https://intuitivbogen.at/category/parcoursbericht

In diesem Sinne: Alle ins Gold, alle ins Blatt!

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