Schussablauf beim Bogenschießen in Schritte unterteilen

Der Schussablauf beim Bogenschießen ist im Grundprinzip einfach, gliedert sich bei näherer Betrachtung aber in viele kleine, aufeinander aufbauende Schritte. Den eigenen Bewegungsablauf detailliert zu kennen hilft dabei, diesen auch tatsächlich immer gleich auszuführen. Zum Schussablauf beim Bogenschießen gehören nicht nur die physischen Bewegungen, sondern auch die damit einhergehende Lenkung der Aufmerksamkeit.

Warum hilft es Schützen, wenn sie ihren Schussablauf beim Bogenschießen möglichst detailliert kennen?

Immer wieder hört man Schützen sagen, dass sie ihren Schussablauf nicht genau kennen und dies ja auch nicht notwendig sei, da der Bewegungsvorgang ja ohnehin automatisiert abläuft. Genau diese Automatisierung ist jedoch ein wichtiger Grund, warum der Bewegungsablauf bekannt sein sollte.

Automatisierung beim Bogenschießen – Fluch und Segen zugleich

Selbstverständlich ist ein automatisierter Bewegungsablauf beim Bogenschießen essenziell. Solange ein Schütze darüber nachdenken muss, WIE er die Bewegungen auszuführen hat, bekommt er kein sauberes Trefferbild hin.
Zugleich geschieht mit der Automatisierung jedoch auch folgendes:

  • Fehler, bzw. nicht optimale Bewegungsabläufe werden – vor allem von Anfängern – mit automatisiert.
  • Abweichungen vom idealen Schussablauf werden – obwohl prinzipiell bekannt – nicht bemerkt.
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Der schrittweise Schussablauf beim Bogenschießen hilft Einsteigern beim Lernen

Sich systematisch einen Schritt nach dem anderen zu erarbeiten hilft Einsteigern beim Erlernen des Bewegungsablaufs beim Bogenschießen. Es wird mit wenigen Schritten bzw. Eckpunkten begonnen. Diese werden im Laufe der Zeit erweitert und in sich differenziert. Die erste grobe Unterteilung gliedert sich meist in: Hinstellen-Bogen greifen-Sehne greifen-Bogen heben-spannen-ankern. Diese Eckpunkte werden im Laufe der Zeit erweitert und in sich weiter differenziert.
Es zeigt sich, dass Schützen die einen solch systematischen Ablauf von Anfang an lernen wesentlich schneller zu einem sauberen Bewegungsablauf kommen als Anfänger die “irgendwie” schießen.

Ein strukturierter Schussablauf beim Bogenschießen hilft beim “immer alles gleich machen”

Jede Veränderung im Bewegungsablauf beeinflusst den Pfeilflug. Die Kunst, den Schussablauf beim Bogenschießen immer gleich auszuführen, gelingt dann am besten, wenn der Schütze ihn nach seinem persönlichen Schritt-für-Schritt Programm ausführt. Der Schütze hat damit ein Ritual, dass ihn dabei unterstützt “in den Flow zu kommen” und seine Aufmerksamkeit zu lenken.
In wie viele Schritte sich der Schütze seinen Schussablauf selbst einteilt und wie seine Aufmerksamkeit dabei fließt, ist eine individuelle Angelegenheit.

Probleme im Kopf?

Das Ding mit dem hässlichen Cover…

Schussablaufs beim Bogenschießen – Schritt für Schritt Beispiel-Einteilung

Hier ein Beispiel für eine Unterteilung des Bewegungsablaufs und der damit verbundenen Aufmerksamkeit und Kopplung des Atems. (3D-Bogenschießen)

  1. Hinstellen, erstes Ausrichten zum Ziel, dabei daran denken in welcher Körperhaltung bei Winkelschüssen dann geschossen wird.
  2. Aufmerksamkeit auf die Gegebenheiten – Täuscht die Entfernung? Sind möglicherweise Äste oder andere Hindernisse in der Flugbahn des Pfeils, ist Platz den Bogen zu heben? Gegebenenfalls Korrektur der Ausrichtung zum Ziel.
  3. Beim Einatmen: Pfeil aus dem Köcher nehmen und in der gewohnten Bewegung zum Bogen führen. Auge folgt Hand
  4. Atempause und Ausatmen: Pfeil einnocken, Bogen sinken lassen, dabei leicht auf Spannung halten. Auge und Aufmerksamkeit folgen dem Griff in die Sehne und der Positionierung der Bogenhand.
  5. Atempause: Der Blick wandert zum Ziel, fokussiert aber noch nicht auf den Punkt. Die Füße endgültig einrichten, den Körper bei einem Winkelschuss vor-einrichten.
  6. Inneren Zustand checken, je nachdem beim nächsten Einatmen mit dem Schuss beginnen oder noch ein oder zwei Atemzüge Zeit lassen zum Sammeln. Blick bleibt weit gestellt.
  7. Einatmen, aber nur ca. halber Atemzug in den Bauch. Dabei den Bogen heben und spannen in gewohnt-definierter Bewegung, (Swing-Methode), zum Ankerpunkt kommen. Pfeilspitze über Zielpunkt
  8. Atempause: Aufmerksamkeit Gesamtwahrnehmung Körper, dann Fokus auf den Punkt und auf den Punkt gehen, etwas Aufmerksamkeit verbleibt bei der Rückenspannung.  Lösen geschieht wenn drauf.
  9. Nachhalten, Treffer genießen oder falls Fehlschuss oder Fehler im Bewegungsablauf kurze, sachliche Analyse. 
  10. Mit oder nach Ausatmen bewusst entspannen. Falls zweiter Pfeil notwendig Ritual in Ruhe bei 1 erneut beginnen.
  11. Vor Pfeile ziehen/suchen das Ergebnis – egal wie gut oder schlecht – bewusst als gleichwertig im Sinne von “es ist wie es ist” annehmen. (Kleine Verbeugung vor dem Pfeil) 

Dies ist – wie gesagt – eine Beispiel-Einteilung. (Wie sich unschwer erraten lässt jene, die der Autor als Checkliste/Ritual bei seinem eigenen Schuss verwendet)
Andere Schützen bauen ihren Schuss wieder etwas anders auf, kombinieren ihre Atmung etwas anders und haben ihre eigenen “Eckpfeiler” für ihren Schuss. 

Bogenschießspiel

Schreib Dir Deinen Schussablauf beim Bogenschießen einfach mal auf

Wenn Du bislang kein solches Ritual beim Bogenschießen hast und Du jetzt neugierig geworden bist, dann geh Deinen Schussablauf einfach mal im Kopf durch und schreib ihn Dir* auf. Auch wenn Du noch relativ frisch dabei bist, ist die Wahrscheinlichkeit das Du bereits einige immer wiederkehrende – aber eben noch unbewusste – “ritualisierte Schritte” machst, sehr hoch. Dir bewusst zu machen was da ist und das ganze dann für Dich in passender Weise auszubauen und zu definieren, wird Dir beim Bogenschießen in kurzer Zeit einen hohen Leistungszuwachs bringen.

Alle ins Gold, alle ins Blatt!

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