Trendsport Bogenschießen – Boomt der Bogensport wirklich?

Trendsport Bogenschießen. Bogenschießen – der neue Hype. Neuer 3D Parcours in xyz – der Bogensport boomt. Solche und ähnliche Sätze liest man immer wieder. Doch wie sehr ist der Bogensport in den letzten Jahren tatsächlich gewachsen? Handelt es sich tatsächlich um einen Boom oder entsteht dieser Eindruck nur für Bogenschützen?

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Trendsport Bogenschießen – unterschiedliche Wahrnehmungen von Schützen und Laien

Wer mit dem Bogenschießen beginnt, taucht in eine völlig neue Welt ein. Er erfährt meist in rechter kurzer Zeit, wo es noch überall Bogensportanlagen gibt, wo es Shops für den Bogensport gibt, wer Sehnen baut oder Selfbows auf Bestellung anfertigt, wie viele Turniere im Breitensport-Bereich es eigentlich gibt und dergleichen mehr. Er findet plötzlich Youtube-Videos zum Thema, entdeckt Facebook-Gruppen zum Thema Bogenschießen mit über 2000 Mitgliedern und gelangt schließlich zu dem Eindruck, der Bogensport müsse ein regelrechter Boom sein.

Fragt man jedoch Laien nach dem Bogensport, dann kennen sie diesen in der Regel nur aus dem Fernsehen. Ausgenommen natürlich, sie haben eine Bogensportanlage in unmittelbarer Nähe oder jemand im Bekanntenkreis, der Bogen schießt. Ansonsten jedoch wird schnell klar, dass Bogenschießen eine immer noch recht unbekannte Sportart ist. Der Großteil der Nicht-Bogenschützen hat keine Ahnung, was, wann, wo und wie Bogenschießen funktioniert. Man vergleiche das beispielsweise mit dem Trendsport Laufen oder auch Yoga. Auch Leute, die diese Sportarten nicht ausüben, wissen zumindest das irgendwo schon wieder ein Lauf stattgefunden hat, oder das seit neuestem auch im Park xy Yogakurse angeboten werden.

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Ist der Trendsport Bogenschießen also nur Einbildung?

Ob oder wie sehr Bogenschießen als Breitensportart wächst, ist ohne konkrete Zahlen schwer zu sagen. Wer schon länger schießt, wird aus persönlicher Sicht durchaus ein Wachstum feststellen. Es gibt tatsächlich immer mehr Bogensportanlagen und auch Bogenfachhändler und es gibt einzelne Regionen, in denen das Bogenschießen tatsächlich so etwas wie ein regional begrenzter „kleiner Boom“ zu sein scheint.
In Summe jedoch, ist Bogenschießen nach wie vor weit davon entfernt  – im Vergleich zu Sportarten wie Laufen, Radfahren oder Yoga – als Trendsport bezeichnet werden zu können.

Mitunter aufschlussreich ist es auch, sich anzusehen wie sich Suchanfragen bei Google in den letzten Jahren entwickel haben. Da geht in der Google-Ad Konsole ab Sept. 2015. Wie in der Grafik unten zu sehen, gibt es ein nur einen leichten Anstieg der Suchanfragen zum Begriff Bogensport in der Region Österreich/Deutschland von 2015 bis heute

Wird Bogenschießen jemals ein wirklicher Trendsport sein? Und wäre das wünschenswert?

Prinzipiell gilt: Sag niemals nie. Ich persönlich würde dem Bogensport aber nur ein zwar konstantes, aber nur sehr langsames Wachstum prognostizieren. Und zwar aus folgenden Gründen:
Bogenschießen hat eine relativ hohe Einstiegshürde. Laufschuhe oder ein Fahrrad kann man sich einfach kaufen und dann loslegen. Bogenschießen braucht zumindest eine kurze Grundeinschulung. Bogenschießen ist nicht überall möglich und es entstehen nicht nur für die Ausrüstung Kosten, sondern auch für die Benutzung der Bogensportanlagen. Wer nicht das Glück hat, im eigenen Garten schießen zu können oder eine Anlage ganz in der Nähe zu haben, muss für das Bogenschießen auch immer Anfahrtszeit in Kauf nehmen. Des Weiteren gibt es zwar viele Neueinsteiger, aber viel hören aus verschiedensten Gründen auch wieder auf.  

Warum es besser ist, wenn Bogenschießen eine Nischensportart bleibt

Meine persönliche Meinung ist, dass Bogenschießen als Trendsport nicht unproblematisch wäre. Natürlich hätte es Vorteile: Eine größere Nachfrage führt zwangsläufig zu mehr Bogensportanlagen, mehr Bogenfachhändlern und mehr Bogensportveranstaltungen. 
ABER: Jeder Trend zieht auch eine gewisse Zahl an Menschen, an die ihn mitmachen, weil er eben Trend ist. Aktuell kann man sich sicher sein, dass der größte Teil der Bogensportler tatsächlich aus Liebe zum Bogenschießen dabei ist. Entsprechend beachtet der allergrößte Teil auch die Sicherheitsregeln und verhält sich so, dass der Bogensport nicht in Misskredit gerät. Dies würde sich möglicherweise ziemlich schnell ändern, wenn fortan eine größere Anzahl „Auchdabei´s“ durch die Wälder läuft, nur um „trendy“ zu sein. Wir hätten mit ziemlicher Sicherheit schnell ein Sicherheitsproblem durch „Möchtegern-Bogenschützen“ … und was das bedeutet, muss ich glaube ich nicht weiter aufführen.

Jedenfalls – Mir persönlich ist es lieber, wenn der Bogensport ein zwar stetig, aber eben nur sehr langsam wachsender „Trendsport“ bleibt. 

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